|
Bunt spielt zusammen stark U 17/U 19-Basketballerinnen der ACT bekommen Förderung "Integration durch Sport"
Eingeschworen: Unser Foto zeigt die ACTler (von links, hintere Reihe) Trainer Jost Ebeling, Tabea Both, Dschamila Küppers, Johanna Mösta, Johanna Chebreab, Viktoria Mösta, Joséphine Hein und Damla Karlidag. Mittlere Reihe Sina Adamsky (Co-Trainerin), Luisa Geldbach, Clara Reed, Jana Ramm, Andrea Pranjkovic, Franziska Katana und ganz vorne in der Mitte Nina Stock. Foto: Malmus
Kassel. Sie heißen Damla und Dschamila, Johanna und Jana, ihre Mütter und Väter kommen aus der Türkei, aus Afghanistan, aus Kenia oder aus den USA, aus Kroatien und aus Deutschland. Sogar eine Australierin spielt neuerdings mit: Die ACT-Basketball-Spielerinnen der U17/U19 sind eine kunterbunte, eingeschworene Truppe. So unterschiedlich die Herkunft der jungen Frauen ist, so stark sind sie als Team. "Alle sind gleichwertig, jede bemüht sich genauso wie die Mitspielerin, eine gute Leistung zu bringen. Das allein ist es, was neben der Teamfähigkeit zählt", sagt Trainer Jost Ebeling (23). "Vorurteile gibt es bei uns nicht."
Seit diesem Jahr ist die ACT ein vom Bundesministerium des Inneren offiziell ausgezeichneter "Stützpunktverein des Programms Integration durch Sport". Jetzt bekommt speziell die U 17/U 19 eine zusätzliche Förderung aus dem Programm "Integration durch Sport": Eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 800 Euro, von der nicht nur neue orangefarbene Trikots angeschafft werden, sondern auch Trainingsstunden bezahlt werden können. Bereits in der Vergangenheit ist die Basketballabteilung der Aelteren Casseler Turngemeinde (ACT) für ihre erfolgreiche Integrationsarbeit ausgezeichnet worden.
"Frauen sind Ausnahme"
Zum Liga-Spiel am Sonntag, wenn die ACT-Mädchen in der Emil-Junghenn-Halle um 20 Uhr gegen die Fuldaer Turnerschaft spielen, ist unter den Zuschauern auch ein Vertreter des hessischen Basketballvereins, der die bunte Truppe in Augenschein nimmt, ob sie der Auszeichnung weiterhin würdig ist.
70 Prozent aller ACT-Mitglieder haben ausländische Wurzeln, sagt Abteilungsleiterin Ilse Kühn. Das Besondere seien die Mädchen und Frauen. "Multikulturelle Teams, die bei Männern, etwa im Fußball, längst an der Tagesordnung sind, gehören bei Frauen noch zu den Ausnahmen."
Duygu Kilic ist 17 Jahre alt und hat türkische Wurzeln. Seit über zwei Jahren ist sie ACT-Mitglied und spielt in der U17/U19. Das Talent der ehemaligen Carl-Schomburg-Schülerin hatte ein Lehrer entdeckt und ihr den Verein empfohlen. Duygu hat den Schritt Mitglied zu werden, nie bereut. Ihre Eltern seien mächtig stolz auf sie, sagt Duygu. Sie freue sich auf jedes Spiel.
(Quelle: HNA - chr -27.11.2009)
|