Athletiktrainer Georg Weder im Interview: „Ein fitter Spieler ist am Ende der bessere Basketballer“
Neben Technik, Taktik und Teamplay spielt auch die körperliche Leistungsfähigkeit eine entscheidende Rolle für den Erfolg auf dem Basketballfeld. Bei den 1. Herren kümmert sich Georg Weder um diesen Bereich. Der 39-jährige Kasseler geht bereits in seine zweite Saison als Athletiktrainer der Mannschaft und begleitet gleichzeitig zahlreiche Nachwuchsspielerinnen und -spieler der ACT in ihrer athletischen Entwicklung.
Im Interview spricht Georg über seinen Weg zur ACT, die Schwerpunkte seiner Arbeit und darüber, warum maximale Sprints und Krafttraining für Basketballer eine so wichtige Rolle spielen.
Georg, stell dich doch kurz vor. Wer bist du und wie bist du Athletiktrainer der 1. Herren geworden? Ich bin Georg Weder, 39 Jahre alt, komme aus Kassel und bin Athletiktrainer beim SAV Kassel. Dort bin ich außerdem Abteilungsleiter im Armwrestling.
Zur ACT bin ich ursprünglich über eine Empfehlung gekommen. Tim Schuster gehört seit mittlerweile über fünf Jahren zu den Athleten, die ich privat coache. Über ihn kam der Kontakt zustande und ich wurde als Athletiktrainer für die MU16 vorgeschlagen. Die Mannschaft betreue ich inzwischen im vierten Jahr.
Mit der Zeit ist die Zusammenarbeit immer weiter gewachsen. Mittlerweile nehmen auch viele Spieler aus der MU18 sowie Spielerinnen der WU16 am Athletiktraining teil. Hier besteht eine Kooperation zwischen der ACT und dem SAV Kassel.
Im vergangenen Sommer hat Cedric Toth mich dann im Zuge der weiteren Professionalisierung der ACT gefragt, ob ich mir die Arbeit mit der 1. Herren vorstellen könnte. Nun gehen wir gemeinsam in unser zweites Jahr. Nach der ungeschlagenen vergangenen Saison hoffen wir natürlich, dass wir auch in der 1. Regionalliga erfolgreich sein können.
Welche Schwerpunkte setzt du im Athletiktraining und warum sind diese im Basketball besonders wichtig?
Grundsätzlich geht es zunächst darum, durch gezieltes Krafttraining sportartspezifische Defizite auszugleichen. Dadurch wollen wir die Spieler belastbarer machen und ihre Verletzungsresilienz erhöhen. Denn am Ende ist ein Spieler, der über die gesamte Saison gesund und einsatzfähig bleibt, auch der bessere und leistungsfähigere Basketballer.
Darüber hinaus wollen wir natürlich die athletische Leistungsfähigkeit verbessern. Die Spieler sollen schneller und agiler werden, mehr Explosivität entwickeln und insgesamt stärker werden. Gerade im Basketball sind diese Fähigkeiten bei nahezu jeder Aktion gefragt, egal ob beim ersten Schritt zum Korb, beim Sprint im Fastbreak, beim Rebound oder in der Verteidigung.
Wie schaffst du es, die Spieler über eine lange Saison fit zu halten?
Hier spielt die Trainingssteuerung eine große Rolle. In der Vorbereitung beziehungsweise Offseason schaffen wir im ersten Trainingsblock zunächst die Grundlagen. Im zweiten Block, kurz vor dem Saisonstart, geht es dann stärker darum, die basketballspezifisch wichtigen athletischen Fähigkeiten auszuprägen.
Während der Saison verändert sich der Ansatz. Dann versuchen wir, mit dem minimal notwendigen Trainingsvolumen die zuvor aufgebaute Leistungsfähigkeit möglichst gut zu konservieren. Schließlich kommen zu den Athletikeinheiten noch Mannschaftstraining und Spiele hinzu. Entscheidend ist deshalb, die richtige Belastung zu finden und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass die Spieler körperlich stabil bleiben.
Gibt es Übungen oder Trainingsmethoden, auf die du besonders setzt?
Ein wichtiger Bestandteil sind für mich maximale Sprints. Hinzu kommt die Arbeit an einer stabilen Körpermitte, also dem Core, sowie der gezielte Ausgleich muskulärer Dysbalancen.
Gerade Sprints werden meiner Meinung nach häufig unterschätzt. Sprinten sollte und kann grundsätzlich jeder Mensch, unabhängig vom Alter. Gleiches gilt für Krafttraining, auch mit höheren Belastungen. Das ist nicht nur für leistungsorientierte Sportler relevant. Gerade mit zunehmendem Alter spielt Krafttraining beispielsweise auch bei der Sturzprophylaxe eine wichtige Rolle.
Für Basketballer gehören Sprinttraining, ein stabiler Core und regelmäßiges Krafttraining für mich deshalb zu den zentralen Bausteinen einer guten athletischen Grundlage.
Worauf freust du dich in der kommenden Saison am meisten und welche Ziele hast du mit der Mannschaft?
Mein größter Wunsch ist natürlich zunächst, dass wir möglichst verletzungsfrei durch die Saison kommen. Darüber hinaus wollen wir in unserer ersten Saison in der 1. Regionalliga viel Spaß haben und die Liga durchaus ein bisschen aufmischen.
Ich persönlich freue mich vor allem auf unsere Heimspiele. Dort kann ich dann auch mal aus der Rolle des Athletiktrainers heraus und einfach Fan sein. Ich lasse mich gerne vom spektakulären Basketball unserer Mannschaft begeistern und hoffe natürlich, dass wir gemeinsam viele erfolgreiche Abende erleben werden.




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